Geschichte
Vor 80 Jahren, am 23. März 1933, sprach Otto Wels im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht."
Die Worte, die der Parteivorsitzende der SPD, Otto Wels, im Reichstag Adolf Hitler angesichts der beginnenden Verfolgung entgegen rief und mit denen er das Ermächtigungsgesetz ablehnte, waren bitterer Ernst. Als Wels gemeinsam mit den SPD-Abgeordneten am 23. März 1933 den Weg zur Kroll-Oper, dem provisorischen Tagungsort des Reichstages, beschritt, passierte er ein Spalier von johlenden und drohenden SA-Männern. Obwohl ihm nahegelegt wurde, nicht selbst ans Rednerpult zu treten, und obwohl keine Aussicht darauf bestand, den nationalsozialistischen Umsturz parlamentarisch zu stoppen, ließ sich der SPD-Vorsitzende nicht von seiner Absicht abbringen.
Tatsächlich waren Freiheit und Leben von Sozialdemokraten im März 1933 bedroht. Otto Wels hatte wegen des Terrors der Nationalsozialisten seit Wochen nicht mehr in seinem Haus in der Rahnsdorfer Str. 23 in Berlin-Friedrichshagen leben können. Er musste Deutschland verlassen und starb am 16. September 1939 im Exil in Paris.
Die deutsche Sozialdemokratie will zum 80. Jahrestag der mutigen Rede von Otto Wels an der Otto-Wels-Stele seiner Ehre und seinem Mut gedenken. Wir wollen an all jene erinnern, die sich mit Leib und Leben für die deutsche Demokratie eingesetzt haben, und zugleich allen Demokraten Mut machen, auch dort für eine starke Demokratie einzutreten, wo Rechtsextremisten beginnen wieder Fuß zu fassen.
Am traditionellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, gedachte ich zusammen mit dem Vorsteher der BVV, zahlreichen Bezirksverordneten und engagierten Bürgerinnen und Bürger am Platz des 23. April in Köpenick sowie an der ehemaligen Synagoge in der Freiheit an die Zeit des Nationalsozialismus.
Bezirksbürgermeister Oliver Igel weihte im Beisein von Rahnsdorfer Bürgern und den verantwortlichen Mitarbeiterinnen aus dem Bezirksamt das frisch restaurierte Gefallenendenkmal auf dem Rahnsdorfer Schonungsberg ein. Während der Zeremonie erhielt er von Steinmetz Roland Riesenberg die wiedergefundene Grundsteinschatulle von 1927 überreicht, die Igel zur Dokumentation und Auswertung noch am gleichen Tag dem Museum Köpenick übergab.
Das Gebäude in der Baumschulenstraße 78 ist legendär und verknüpft auf eindrucksvolle Art und Weise die Gründungsgeschichte des Ortsteils mit der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. Fallen in Baumschulenweg die Namen Krebsjauche und Silvana, so begegnet man vielsagenden Blicken. Aber das Gehörthaben ist oft eher Hörensagen als Wissen um die Fakten. Die Legende von Krebsjauche ist eine Geschichte für sich und das Kino Silvana ist noch heute legendär. Was aber steckt wirklich dahinter?