Geschichte
Anlässlich des 65. Jahrestages der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED am 21. April erklärt der SPD-Kreisvorsitzende von Treptow-Köpenick, Oliver Igel:
Die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" (SED) war ein Rückschlag für die Demokratie Deutschlands. Die unter Druck durchgesetzte Vereinigung der beiden Parteien war auch ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die nach den furchtbaren Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges auf eine starke Partei des Friedens hofften und ehrlich daran glaubten, sie in der SED zu finden. Die systematisch einsetzenden Verfolgungen von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die nicht mit dem Strom schwimmen wollten und die Verhöhnung all dessen, was sozialdemokratisch war, zeigten ganz deutlich, dass es nicht um Frieden und Demokratie ging, sondern allein um Durchsetzung der Macht auf dem Weg zum Kommunismus. Wer heute wieder von "Wegen zum Kommunismus" fabulieren sollte, sollte sich an die ersten Opfer dieses Weges zum Kommunismus erinnern.
Wir erinnern anlässlich des Jahrestages der Zwangsvereinigung an alle mutigen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich der Zwangsvereinigung und dem Weg dahin widersetzten und dafür Repressalien und Verfolgungen in Kauf nahmen.
Über 13 Meter erstreckte sich ein längst aus dem Altstadtbild verschwundener Bau an seiner höchsten Stelle in die Höhe – die Synagoge von Köpenick. Im September 1910 wurde sie erbaut und war Gotteshaus für die ortsansässigen Juden der Köpenicker Synagogen-Gemeinde.
Es hatte lange gedauert, bis die jüdische Gemeinde 1910 den Grundstein für ihre Synagoge legen konnte. Bis dahin mussten die Gemeindemitglieder ihre Gottesdienste in Gaststätten, wie dem „Kaiserhof“ in der Grünstraße oder im Ratskeller abhalten. Die Synagoge entstand nach den Plänen des Rixdorfer Architekten Adolf Sommerfeld und wurde am 25. September 1910 unter Anwesenheit der Vertreter der christlichen Kirchenbehörden, der Schulverwaltung und weiterer Köpenicker Persönlichkeiten feierlich eingeweiht. Zur jüdischen Bevölkerung Köpenicks zählten zahlreiche berühmte Namen, darunter der Rabbiner Sally Frank, der Fabrikant Moritz Jacoby und Erich Rathenau, Erbauer des Kabelwerks Oberspree und Bruder des 1922 von der Organisation „Consul“ ermordeten Außenministers der Weimarer Republik Walther Rathenau. Gerd Lüdersdorf gibt uns in seinem Buch einen eindrucksvollen Einblick in das jüdische Leben Köpenicks dieser Zeit.
Den ganzen Artikel von Dr. Ursula Walker können Sie hier nachlesen.
Vor 20 Jahren gründete sich die SPD im Bezirk neu.
Im Herbst 1989 gründeten 42 mutige und engagierte Frauen und Männer die Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP). Diese Aktion war ein Affront gegenüber der damaligen Politik des SED-Regimes. Auch der Termin 7. Oktober – also der 40. Jahrestag der DDR – war bewusst gewählt.
Es bleibt nicht bei 42 Akteuren. Bereits am 5. November 1989 gründete sich in der Sophienkirche der Bezirksverband (Ost-) Berlin, am 14. Dezember 1989 der Kreisverband Treptow, der Kreisverband Köpenick gründete sich bereits 3 Wochen vorher und anschließend die Ortsverbände.
Persönlichkeiten, wie Beate Petras, Dr. Dieter Schmitz, Dr. Helmut Munkow und Dr. Stephan Mory in Treptow und Monika Höppner, Klaus Reiche und Jürgen Arndt in Köpenick, gehörten zu den Aktivisten der ersten Stunde. Bereits Anfang Januar hatten die beiden Kreisverbände Treptow und Köpenick bei der Urabstimmung zur Umbenennung von SDP in SPD über 300 eingetragene Mitglieder.